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Fremdhändiges Testament: Seiten durch drei Heftklammern verbunden

Ein fremdhändiges Testament muss fälschungssicher sein. Es muss daher unmöglich sein, einzelne Seiten des Testaments unbemerkt auszutauschen.

Der OGH beschäftigte sich mit der Frage, ob ein Testament, bei dem die Seiten mit drei Heftklammern zusammengeheftet waren, gültig ist.

Testamentszeuge Familienname angeben

Falscher Nachname des Testamentszeugen

Was, wenn der Testamentszeuge mit dem falschen Nachnamen unterschreibt?

Die Mitarbeiterin einer Rechtsanwaltskanzlei unterfertigte ein Testament als Zeugin – allerdings nicht mit ihrem aktuellen Nachnamen, sondern mit ihrem Mädchennamen. Der OGH beschäftigte sich mit der Frage, ob das Testament trotzdem gültig ist.

Zweite Pflichtteilsklage möglich?

Zu wenig Pflichtteil eingeklagt. Kann ich erneut klagen?

Was, wenn ich einen Pflichtteil fordere und auch gerichtlich geltend mache, sich später aber herausstellt, dass ich zu wenig verlangt habe?

In einem ersten Prozess hatten die beiden Kläger ausdrücklich nur einen Teil ihres Pflichtteils eingeklagt. „Aus prozessualer Vorsicht“. Es erging ein Versäumungsurteil, das wurde rechtskräftig.

Pflichtteilsanspruch verjährt erst vier Jahre nach dem Tod

Für die Pflichtteilsklage hat man jedenfalls vier Jahre Zeit!

Die Verjährungsfrist für Pflichtteilsansprüche beträgt nur drei Jahre (§ 1487a ABGB). Diese Verjährungsfrist beginnt aber frühestens ein Jahr nach dem Tod des Erblassers zu laufen. Das hat der OGH nun klargestellt.

Der Kläger, ein Nachkomme der am 9. Dezember 2017 verstorbenen Erblasserin, machte mehr als 3 Jahre, aber weniger als 4 Jahre nach dem Tod, und zwar am 12. Jänner 2021, seinen Pflichtteil geltend. Die Beklagte wendete Verjährung ein.